Die Presse
Ruiten, RTÉ NSO / Markson National Concert Hall, Dublin
I was looking forward to hearing Lenneke Ruiten, and she did not disappoint. This Dutch soprano made a strong impression during her Irish tour last year, and in this concert she sang Mozart's lovely motet Exsultate, Jubilate, written for a virtuoso Italian singer when the composer was just 17.
Ruiten's singing was captivating. With no obvious effort, she met the legion of technical challenges, from sustained cantabile to florid coloratura. But above all other things was her deep musicality and her ability to make virtuosity serve expression. Like all true treats, it made you feel good.
The Irish Times, Monday July 14, 2008 (Martin Adams)
Eire des bijoux
West Cork Chamber Music Festival, Bantry (Irlande)
...Découverte de ce festival, la jeune soprano Lenneke Ruiten [notre photo] en compagnie de partenaires à sa mesure, Sharon Kam (clarinette) et Finghin Collins (piano), dans les Six German Songs de Spohr.
Diction superlative, projection aisée, fraîcheur de son, la Néerlandaise fait merveille. Vous avez dit Barbara Bonney?...
Diapason, septembre 2007, France
Ruiten, Collins, Christ Church Cathedral, Dublin
Music Network tour with pianist Finghin Collins, Ireland (February 15-22, 2007)
The Dutch soprano Lenneke Ruiten does not just have an outstanding voice, easily capable of the widest range of volume and colour. She makes a song disclose the feeling that inspired the poetry.
The success of this concert, the last of six in a Music Network tour with pianist Finghin Collins, also lay in the programme. Songs by Mozart and Turina's Tres Poemas were the frames for thematic groupings by Schumann, packed with floral imagery; by Strauss on motherhood; Poulenc's cycle La courte paille; and songs by Duparc on death.
Ruiten and Collins were an always-reliable partnership.
Lenneke Ruiten made no attempt to be aurally or visually spectacular. She just became each song in turn; and the ability to get on with that most subtle of tasks was underlined when a few quiet sniffs towards the end revealed that she had a cold.
There's nothing precious in this young woman's temperament or musicianship! The immediate contrasts and stylishness of the Poulenc, the voluptuousness of Duparc's Extase and Élégie, and the intimacy of the Schumann - all those were taken in her stride.
If I had to pick one moment, it would be Strauss's Wiegenlied Op. 41 No 1. I have heard this song's extraordinary, soaring and sustained lines many times, from some excellent singers. But never have I heard it sound with such quiet ecstasy that it seemed breathless. Of course, it wasn't really breathless; but that's the art of song. It was a moment I wished to preserve. I can't. But Ruiten will do it again.
Irish Times, Saturday, February 24, 2007 (Martin Adams)
Lenneke Ruiten mit überraschenden Neujahrsklängen
Das Geräusch knallender Korken, der Donauwalzer und der Radetzky Marsch. Das hört sich doch an wie ein Neujahrskonzert. Und das war es auch. Dirigent Michel Tabachnik dirigierte seine NNO-Musiker in alle möglichen Klischees, die man sich denken kann. Von der Strau_-Polka 'Auf der Jagd' bis 'Unter Donner und Blitz', wobei die Schlagzeuger noch einmal extra auftrumpften.
Was auffiel war der Charme, der bescheidene Orchesterklang und der Schwung, den der Chefdirigent hier und da und an den Tag legte. Manchmal erfolgreich, und manchmal - wie im Falle der 'blauen Donau' - etwas gekünstelt. Aber alles war verpackt in einem raffinierten Klangbild voll flie_ender und zum Tanzen verführender Linien. Music for the Millions auf Niveau, und dazu als Überraschung auch noch eine Solistin, die es in sich hatte: Sopranistin Lenneke Ruiten, vor einigen Jahren Laureat des bedeutenden Internationalen Vokalistenwettbewerbs in 's-Hertogenbosch.
Nicht umsonst servierte sie die eine Zugabe nach der anderen, denn das Publikum konnte einfach nicht genug kriegen von dem eleganten, ausgewogenen und vor allem runden Klang ihrer Stimme, an der nicht die geringste Unvollkommenheit zu entdecken war. Schon zu Anfang eroberte sie mit einer Händel-Arie aus Giulio Cesare die Herzen der Zuhörer und man konnte hören, wie musikalisch und inspiriert diese Sopranistin durch die barocke Partitur ging. Es ist eine Arie, die klein und intim ausgeführt werden muss, und das gelingt Ruiten offensichtlich meisterhaft.
Auch anderes Repertoire, vielfach geeignet für eine vergleichbare Darbietung, kam gut an.
Puccinis Musetta aus La Bohème beispielsweise, das bei den Zugaben zu Gehöre gebracht wurde. Oder O mio babbino caro, ein weiteres Bonbon dieses Komponisten. Oder - haben wir ihn jemals hinreißender gehört? - den vokalen Walzer Frühlingsstimmen von Johan Strauss jr?..
Leeuwarder Courant 06-01-2007 Rudolf Nammensma
Genießen von geschmackvoller, leichter Musik
Es ist fast undenkbar, dass auf einem Neujahrskonzert keine Walzer und Galoppe von Johann Strauss II gespielt werden, ob wir nun in Wien sind oder nicht. Diese lassen sich gut kombinieren mit leichten Opernarien und Operettenliedern, am liebsten mit einer Sängerin in entsprechender flamboyanter Robe.
Strauss war also auch präsent im Programm des Noord Nederlands Orchesters, das mit An der schönen blauen Donau begann und mit dem Radetzky Marsch endete, wobei wir unter der Leitung von Michel Tabachnik fröhlich mitklatschen durften. Aber ganz so populär war es beim NNO ansonsten nicht, denn der schwungvoll dirigierende Tabachnik arrangierte seinen Strauss so, dass auch dessen pure musikalische Qualitäten sorgfältig exponiert wurden.
Die Opernauswahl der Sängerin Lenneke Ruiten hatte einen seriösen Unterton, mit Arien, die überwiegend recht ernst waren und auch so gesungen wurden. Der vorbildlich arrangierte Gesang war ein Genuss. Als kleine Randbemerkung muss man wohl hinzufügen, dass Händel und Rossini ihr besser liegen als etwas aus Adriana Lecouvreur von Cilea, wozu eine etwas breitere Stimme gehört. Andererseits hatte Verdis Caro Nome eine ganz tolle Atmosphäre, ebenso wie O mio babbino caro von Puccini. Bei dem mit Leichtigkeit gesungenen Strauss im Dreivierteltakt ließ Sie sich von ihrer leichtesten Seite hören, aber dann geschmackvoll leicht.
Dagblad van het Noorden 05-01-2007 Paul Herruer
Überschwängliches Neujahrskonzert des NNO
.Wichtiges Element bei der Festfreude war neben der Musizierfreude von Tabachnik und seinen Musikanten die überschwängliche und perlende Virtuosität der Sopranistin Lenneke Ruiten. Sie hatte vielleicht einen kleinen Anlauf nötig, aber schon schnell wuchs die Bewunderung für die fantastische Beherrschung, die in jeder Hinsicht präzise Reinheit, die Leichtigkeit und Ungezwungenheit dieser prächtigen Sopranstimme. Es ist schade, dass es keine Texthefte gab, wodurch wir die gespielten Emotionen nur in großen Linien nachvollziehen konnten. Aber das war dieses Mal weniger relevant. Ruitens Musikalität war vollkommen überzeugend. So durfte das Publikum an diesem Abend vollauf mitfeiern, angefangen beim Friesischen Volkslied, über den in friesischer Sprache gesprochenen Neujahrswunsch des Dirigenten, bis hin zum enthusiastischen, auf Anweisung des Dirigenten abwechselnd laut und leise, mitgeklatschtem Radetzkymarsch.
Friesch Dagblad 06-01-2007 Dingeman van Wijnen
Erlebnis Stechau
Brandenburgische Sommerkonzerte mit Rossini und Mozart im Schlosspark
Kaffe, Kuchen, Rostbratwurst, Schliebener Wein und leichtes Flanieren eleganter Damen und Herren unter schattenspendenden Bäumen: mehr ländlich edles Ambiente ist einfach nicht zu haben. Trotzdem war dies nur die Einstimmung in die Open-Air-Operngala der Brandenburgischen Sommerkonzerte im Schlosspark Stechau.
Die Hauptakteure waren zwei junge Sänger und ein vorzügliches Kammerorchester. Die Sopranistin Lenneke Ruiten und der Altus Yosemeh Adjei sangen Arien und Duette von Gioacchino Rossini und Wolfgang Amadeus Mozart, begleitet von der Polnischen Kammerphilharmonie unter der Leitung von Wojciech Rajski.
Man erlebte zwei Stars auf der Startrampe. Yosemeh Adjei hat eine sinnlich und offen klingende Altstimme, weit entfernt vom oft gehörten, engen Fistelton, der dieser Stimmlage gern anhaftet. Die Niederländerin Lenneke Ruiten studierte in Alkmaar und München und spezialisierte sich in Österreich und Frankreich auf das deutsche und französische Lied. Trotzdem ist sie ein Operntalent im lyrischen Fach und im Belcanto. Die glänzende Virtuosität, die die typischen Belcanto-Partien verlangen, kann sie mit Emotionalität und Ausdrucksvermögen aufladen. Genau das wünscht man sich in Mozart-Opern. Ihre stärksten Momente hatten die Sänger in drei Szenen aus der Rossini-Oper Tancredi.....
....Tancredis Geliebte Amenaide gehört der Gegenpartei des Helden an, auch dies Gelegenheit zu einer innigen Gesangsnummer, die Lenneke Ruiten schlichtweg hinreißend sang. Noch besser gelang ihr nur Mozarts Konzertarie Bella mia fiamma, komponiert für Josepha Duschek, in deren Prager Haus Mozart eine glückliche Zeit verlebte. Mozart schrieb Josepha eine klingende Liebeserklärung, Lenneke Ruiten holte sie in die Gegenwart.....
....Zurück zu Rossini. Natürlich hat das Liebespaar Tancredi/Amenaide eine in Freud und Leid zerrissene, hinreißende Duettszene. Deren schönste Passage musste als Zugabe am Ende wiederholt werden, so gut gelang sie den Beiden.....
Lausitzer Rundschau, 24. Juli 2006, Irene Constantin
Schleswig-Holstein-Musik-Festival, 18-07-2006
Mozarts 'Entführung' mit kabarettreifen Sprüchen
HANNOVER. Scharfe Konkurrenz fürs Opernhaus aus dem Funkhaus: Mozarts 'Entführung' ohne Bühnetechnik - nur Kunstpalme, Sonnenschirm und Sitzgelegenheiten dümpeln auf dem Podium des Großen Sendesaales vor dem Orchester. Trotzdem ist der Saal voll besetzt und das Publikum zum Schluss total begeistert.
Ein Grund: Herbert Feuerstein spielt den Bassa Selim; er hat die angestaubten Zwischentexte aufgefrischt. Der Bassa kommentiert die Handlung mit kabarettreifen Sprüchen....
...Auch die Solisten sorgen für Begeisterung. Lenneke Ruiten singt ein wunderbar agiles, hell strahlendes Blondchen. Passend zum Gärtner Pedrillo: Andreas Winkler auf den Punkt präsent mit lockerem, klarem Tenor. Elena Mosuc gibt eine recht dramatische Konstanze, die trotz Stimmgewichts die Koloraturen ganz munter hinkriegt. Steve Davislims Belmonte zeigt tenoralen Schmelz und hübsche warme Klangfarben.
Dass man sich mit Aurelia Eggers' szenischer Einrichtung groß in Szene setzen kann, beweist Michail Schelomianskis Osmin mit enormem Spielwitz. Sein Name hat Klang, die Stimme Tiefgang, wie es sich für einen Haremswächter gehört.
Riesenbeifall für knapp drei Stunden Opernspaß auf hohem Niveau.
Neue Presse, 18-7-06, von Günter Heiss
Herbert Feuersteins Annäherung an Mozarts "Entführung"
Flensburg - "Meine Konstanze: gekauft, bezahlt, aber noch nicht ausgepackt!" So knapp hat noch niemand die Problemlage zusammengefasst, mit der der Bassa Selim in Mozarts Singspiel Die Entführung aus dem Serail drei Akte lang zu kämpfen hat. Wenn es dann auch noch Herbert Feuerstein leibhaftig ist, der diese Worte spricht und sich dabei der Widerspenstigen nähert, hat er damit Hoch- und Tiefkultur auf einen Nenner gebracht. Mit seiner persönlichen Lesart der Oper hat sich der Komiker am Dienstag in die Schar der Mozart-Gratulanten eingereiht. Als Moderator und Bassa Selim hatte er die Lacher im Deutschen Haus Flensburg dabei vom ersten Ton an auf seiner Seite. Und selbst weniger geglückte Kalauer kommen aus dem Munde des Komikers einfach gut, der die Rezitative der Oper für seinen SHMF-Auftritt durch eigene Texte ersetzt hat.
Ein bisschen wirkt diese nun wie eine Mozart-Revue, in der den Sängern die Rolle der Highlight-Lieferanten zufällt. Da ist zum Beispiel der kurzfristig eingesprungene Jörg Dürmüller, als Tenor ganz dem unverbildeten Schönklang verpflichtet. Den frei und natürlich formulierten Liebeschwüren seines Belmonte hört man gerne zu. Mit einem ähnlichen Gesangsideal und einem noch helleren Timbre scheint ihm Andreas Winkler als Pedrillio nachzueifern. Es ist nichtsdestotrotz hübsch anzusehen, wie dieses Paar seine Possen mit Michail Schelomianski treibt, der die Rolle des Osmin (Feuerstein: "Ein Seele von Mensch!") erstaunlich lyrisch ausgestaltet.
In dem rührenden Kulisschen auf der Bühne des Deutschen Hauses erlebt man dabei keineswegs die angekündigte konzertante Aufführung, sondern auch viel Bewegung: etwa wenn Feuersteins Lippen sich denen der Konstanze (mit vollem, dunklem Edelsopran: Elena Mosuc) nähern und die im letzten Moment deutlich macht, dass sie in Sachen Leidenschaft doch weiter auf ihre Altersklasse setzt. Die agilste Erscheinung unter den Solisten ist allerdings Lenneke Ruiten, deren federleichter Sopran keine Wünsche offen lässt. Dass das Orchester auch ihn nur selten übertönt, spricht für das im Verlauf der Aufführung immer besser funktionierende Feintuning zwischen den Sängern und der NDR Radiophilharmonie, die unter Alessandro de Marchi spritzig und gewichtslos zum Einsatz kommt. Einen wunderbar frischen Akzent setzt am Rande dabei der Schleswig-Holstein Festival Chor, der seinem ersten Leiter Terry Edwards auf diese Weise ein hervorragendes Zeugnis ausstellt.
Oliver Stenzel, Kieler Nachrichten vom 20.07.2006
Kostbarkeiten der Liedkunst im Rothahasaal
Liedgesang gilt vielen als die Krone der Gesangskunst, weil hier in der engen Verbindung von Wort und Musik die herrlichsten Wirkungen entstehen. Freilich erschließen sich diese Kostbarkeiten nur beim konzentrierten Zuhören. Fast so etwas wie ein Geheimtipp war deshalb bei der Musikgemeinde Ober-Roden der Liederabend der holländischen Sopranistin Lenneke Ruiten und ihres Klavierpartners Thom Janssen. Sie spannten mit ihrem Programm einen weiten Bogen von Mozart bis zum französischen Impressionismus. Wunderbare Gedichte eines ganzen Reigens französischer und deutscher Dichter lagen den Kompositionen zugrunde; immer wieder war die Liebe das Thema, mal symbolisch verklärt wie bei Schubert oder eher expressiv erotisch, wie in dem selten gehörten Liederzyklus von Rudi Stephan, einem Komponisten am Ausklang der Romantik. Wahres Entzücken bereitete dabei die Klarheit und Frische, mit der die junge Sängerin in die Lieder quasi hineinschlüpfte, so intensiv ging sie auf den Inhalt an Text und Musik ein. Eine klare, geschmeidige und wunderbar bewegliche Stimme stand ihr wie selbstverständlich zur Verfügung, doch geriet sie nie in Versuchung, zu deklamieren. Selbst wenn der Komponist im Pathos schwelgte, erhielt sich Lenneke Ruiten die Natürlichkeit ihres Ausdrucks, so dass man gerade die Strauß-Lieder selten so überzeugend hören konnte.
Hier ist zu betonen, dass die Sopranistin in Thom Janssen einen aufmerksamen Begleiter hatte, der mal ihre Interpretation durch selbstbewusste Akzente stützte, dann wieder sich ganz zurücknahm im Gesamtklang. Zum Höhepunkt des Abends gerieten gerade die Lieder der Franzosen Ernest Chausson und besonders Claude Debussy. Seine Klangbilder wie Clair de lune sind von einer Dichte, dass die Hörer atemlos lauschten, wie Stimme und Klavier zur Einheit verschmolzen. Da brauchte es schon eine Zugabe, um den Bann zu lösen: Mit den Chemins de l'amour von Francis Poulenc im Ohr konnte man beschwingt den Heimweg antreten.
Offenbach-Post 14-03-2006 (Ulrike Stahn)
Eine Sternstunde
Das 5. Konzert der 33. Konzertreihe der Musikgemeinde Ober-Roden vom vergangenen Freitag wird noch lange in Erinnerung bleiben: Am Abend des 10. März erlebte ein begeistertes Auditorium eine Sternstunde deutscher und französischer Liedkunst mit der niederländischen Spitzensopranistin Lenneke Ruiten.
Mit ihr hat man eine ideale Interpretin des Kunstliedes gefunden die mit ihrer außergewöhnliche Ausdrucksfähigkeit, ihrer Hingabe, gepaart mit einer vollen, strahlenden Sopranstimme sowohl das deutsche Liedgut, vertreten durch Schubert, Rudi Stephan, Strauss und Brahms sowie die ausdrucksvollen Chausson- und Debussy-Lieder zum musikalischen Ereignis machte.
Ihre Sopranstimme, die auf der Opernbühne ebenso wie im Kammermusiksaal durch ein lyrisches, aufgeladenes Timbre einnimmt, beeindruckte mit ihrer raumfüllenden Strahlkraft und zog mit ihrer Expressivität, ihren exquisiten Piani und den glockenartig sich öffenden Höhen das Publikum in Ihren Bann.
Eine junge Sängerin bestach zudem durch ihre faszinierend bewegliche Stimme, ihre makellose Technik und Ihre charmante Natürlichkeit. Spätestens mit der Zugabe des herrlichen Poulenc-Liedes 'Les chemins de l'amour' hatte sie die Herzen ihrer Zuhörer gewonnen.
Thom Janssen als excellenter Liedbegleiter fügte die Klänge des Pianos und Frau Ruitens Stimme meisterhaft zu einer vollendeten Einheit zusammen. Beide Künstler wurden mit überwältigendem Schlußapplaus bedacht.
Darmstädter Echo 11-03-2006 (Sabine Beschmann)
Delft Chamber Music Festival 2005
Himmlische Trübseligkeit von verheißungsvoller Sopranistin Ruiten
und die junge Sopranistin Lenneke Ruiten, die vor drei Jahren den Internationalen Vokalisten Wettbewerb gewann, bot eine prächtige Illustration Ihres Könnens dar. Eine echte Offenbarung war Schuberts Der Hirt auf dem Felsen , in dem sie heiteres Frohlocken mit himmlischer Trübseligkeit abwechselte. Ihre weiche, frische Stimme kam in einer Reihe von Debussy-Liedern hervorragend zur Geltung und warf ein sonniges Licht auf die ziemlich antiquierten, schottischen Liedarrangements von Beethoven.
Volkskrant 1-8-2005, Frits van der Waa
Einer der Höhepunkte des vergangenen Wochenendes war der Auftritt der Sopranistin Lenneke Ruiten. Vor drei Jahren wurde sie beim Internationalen Vokalisten Wettbewerb in `s-Hertogenbosch mit Preisen überhäuft und seitdem geht es kontinuierlich bergaufwärts. Die Darbietung einiger Lieder von Debussy, mit Thom Janssen am Klavier, war sublim. Der frische Klang ihrer Stimme, die Subtilität bei der Ausführung, mehr kann man sich doch nicht wünschen. Seit Elly Ameling hat keine niederländische Sängerin in diesem Repertoire eine derartige Höhe erreicht
Haagse Courant, 1-8-2005, Aad van der Ven
Nach der Pause war eine Hauptrolle für die Sopranistin Lenneke Ruiten weggelegt. Eine Hauptrolle, der sie imposant Inhalt gab. Zunächst mit 'Miroir de peine' von Hendrik Andriessen und danach mit acht Liedern, die Debussy für seine Jugendliebe Madame Vasnier (eine Amateur-Sängerin) komponierte. Ruiten wurde in dem prächtigen Zyklus von dem zehnköpfigen Streichensemble des Hauses begleitet, in dem u.a. Van Keulen, Liza Ferschtman und Quirine Viersen mitwirkten. Ruiten kroch tief in die Texte und bewies nach ihrer erfolgreichen CD mit französischen Liedern erneut, dass ihr dieses Repertoire besonders gut liegt. Thom Janssen begeleitete sie bei den Debussy-Liedern mit viel Einfühlungsvermögen, das Ruiten mit Spitzeninterpretationen parierte
Trouw, 2-8-2005, Peter van der Lint
CD: MÉLODIES FRANÇAISES
Im Jahr 2002 hat die niederländische Sopranistin Lenneke Ruiten den Internationalen Vokalisten Wettbewerb in `s-Hertogenbosch überzeugend gewonnen. Wohlgemerkt fünf Preise wusste sie einzuheimsen, darunter den Caroline Kaart-Preis. In diesem Preis war inbegriffen, dass Ruiten eine CD aufnehmen durfte. Und diese wurde jetzt herausgebracht. Ruiten und Ihr fester Begleiter Thom Janssen entschieden sich mit Liedern von Fauré, Chausson, Poulenc und Duparc für das französische Repertoire. Neben überbekannten Liedern wie Fauré's Après un rêve und Duparc's 'Soupir' kann man hier auch von ziemlich unbekannten Werken von Chausson und Poulenc genießen. Der quecksilbrige Sopran von Ruiten passt hervorragend zu dieser Musik. Das obertonreiche Timbre ihrer Stimme mit einem glitzernd-flimmerndem Touch an der Oberseite verleiht den französischen Texten extra Esprit und die Texte sind bei Ruiten Wort für Wort zu verstehen. Direkt beim ersten Lied, Fauré's Notre Amour, kreieren Ruiten und Janssen die richtige Stimmung und Vorfreude.
Man fühlt es sofort: Hiervon will ich mehr hören. Die Unterseite von Ruitens Stimme hat sich angenehm entwickelt und klinkt an keiner Stelle unangenehm dünn-nasal. Ruiten erfüllt hier alle Erwartungen, die man nach ihrem Sieg in `s-Hertogenbosch haben durfte. In dem herrlichen Poulenc-Lied Les chemins de l'amour ist sie ebenso charmant wie Yvonne Printemps.
Peter van der Lint; Trouw, 2-7-05
Lenneke Ruiten, eine unserer talentiertesten Sopranistinnen der jungen Generation, baut zur Zeit eine vortreffliche Karriere auf. Sie studierte anfangs Flöte und später Gesang, u.a bei Meinard Kraak und Diane Forlano. Meisterkurse bei Ameling, Holl, Hotter, Tear, Berry und Rudolf Jansen sorgten für eine vielseitige Ergänzung. Mit ihrer frischen, offenen Stimme ist sie die ideale Interpretin des Repertoires aus dem 18e Jahrhundert und sie entwickelt sich daher auch als erstklassige Mozartsopranistin. Die Klarheit ihrer Stimme verbindet sie mit einer ausgezeichneten Diktion und ihr nahezu einwandfreies Französisch ist dann auch wörtlich zu verstehen auf dieser CD (Ihrer Dritten), die mich sehr beeindruckt hat.
Diese ist interessant zusammengestellt aus bekanntem und weniger bekanntem Repertoire. Ruiten weiß was sie singt, traut sich singend ihre ganzen Register zu ziehen und die vereinzelte, weniger gelungene Passage sehe ich dann auch liebevoll durch die Finger. Manchmal wird Raffinesse durch eine ordentliche Portion Mut ersetzt und das hat auch seinen Charme. Es sind kleine Randnotizen zu einer eindrucksvollen CD, auf der das Klavierspiel von Thom Janssen von großer Klasse ist.
Roeland Gerritsen; Zeitschrift Luister Juli/August 2005
Ruiten brilliert in abwechslungsreicher Blumenlese
Lenneke Ruiten (Sopran) und Thom Janssen (Piano) mit Liedern von Schubert, Webern, R. Strauss, Chausson, Fauré und Flothuis. Gehört: Donnerstag, den 14. April 2005, Museum De Cruquius.
Die Sopranistin Lenneke Ruiten ist in zahlreichen Genres zuhause. Die Sängerin, die 2002 beim Internationalen Vokalisten Concours in 's-Hertogenbosch praktisch alle Preise eroberte, hat Ihr Können bereits auf der Opernbühne, im Oratoriumfach und ganz besonders beim Liedrepertoire unter Beweis gestellt.
Diese Vielseitigkeit zeigte Sie auch bei einem abwechslungsreichen Konzert mit Ihrem festen Duo-Partner Thom Janssen im Museum De Cruquius. Von der fließenden Lyrik von Schubert ging es zu den atonalen Sprüngen von Webern. Von Faurés Leichtigkeit zur melancholischen Glut von Chausson.
Der Auftritt hatte auch im wahrsten Sinne des Wortes den Charakter einer Blumenlese. In vielen Liedern spielten Flora und Fauna eine wichtige Rolle. Beispielsweise in der umfangreichen Ballade Viola von Schubert, worin das traurige Schicksal eines Frühblühers besungen wird. Ruiten und Janssen brachten eine prächtige, bittersüße Interpretation. Ein schöner Auftakt für die Mädchenblumenlieder von Richard Strauss, worin verschiedene Frauentypen mit Blumen verglichen werden. Ruiten brillierte bei den virtuosen, leichtfüßigen Mohnblumen. Und obwohl Ihr für diese überreife Lyrik noch ein wenig von der schwülen Wärme fehlt, machte Sie von Epheu eine prächtige Schilderung.
Auch in den Liedern, die Anton Webern zu den spirituellen Texten von Hildegard Jone schrieb, wird vielfältig referiert an alles was grünt und blüht. Lästige Musik ist das, mit ihren kristallklaren Strukturen und schwer zu timenden Intervallen. Aber Ruiten sang mit einer Leichtigkeit und Reinheit, als wären es Lieder von Schubert. Ruiten's Stimme hat einen herrlich frischen, natürlichen Klang und eine spontane Aussagekraft, was Sie so perfekt macht für die Lieder von Schubert.
Aber auch im französischen Repertoire fühlt Sie sich hörbar zuhause. Ihre dritte CD ist diesem ganz gewidmet. In den dunkel gefärbten Liedern von Chausson bohrt Sie unvermutete Tiefen in Ihrer Stimme an. Und wo nötig traut sie sich kräftig anzusetzen. Für die Schlussakkorde von Faurés Notre amour war der Waterschapssaal des Museums De Cruquius beinahe zu klein. Auch Pianist Thom Janssen, der eher etwas im Hintergrund blieb, spielte beim französischen Repertoire seine höchsten Trümpfe aus. Unter seinen Händen blühten die reichen Harmonien wunderschön auf.
Flothuis' leichtfüßige Four Trifles haben mit ihrem musikalischen Augenzwinkern schon fast den Charakter einer Zugabe. Aber um das enthusiastische Publikum zufrieden zu stellen, folgten danach noch Le colibri von Chausson und Poulencs ansteckendes Les chemins de l'amour.
Haarlems Dagblad, 16. April 2005, Winand van der Kamp
Lautere und würdevolle Matthäuspassion
J.S. Bach, Matthäus Passion durch das Residentie Orchester/Residentie Bachchor unter d. L. von Arnold Östman. Gehört: 25/3 im Dr. Anton Philipszaal, Den Haag.
Die junge Sopranistin Lenneke Ruiten zeichnete sich in positivem Sinne aus. Mit ihrer federleichten, fragilen, aber charaktervollen Stimme ist sie ebenso bestechend wie vielversprechend
NRC, 26-03-05, Jochem Valkenburg
In Östmans Matthäus steht die Zeit still
Solisten, Rundfunk Knabenchor, Residentie Bachchor und das Residentie Orchester unter der L. von Arnold Östman mit der Matthäus Passion van Bach. Gehört: 24/3 in Den Haag (Philipszaal).
Die junge niederländische Sopranistin Lenneke Ruiten sang die Arie 'Blute nur' mit einer mütterlichen Zärtlichkeit
Haagse Courant, 25-03-05, Winand van de Kamp
Lenneke Ruiten verändert Konzertsaal in häusliches Ambiente
Recital: Lenneke Ruiten (Sopran) und Thom Janssen (Piano). Werke von Schubert, Webern, Strauss, Chausson, Fauré und Flothuis. Beigewohnt: AMSTERDAM, Concertgebouw, Kleiner Saal, 18. Februar 2005. Rundfunkübertragung: 25. Februar, KRO, Radio 4, 13.00 Uhr.
.Es war für Sie eine Woche, die es in sich hatte. Der Sonntag begann mit einem Recital in Groningen, wonach an den darauf folgenden Tagen mit Opera Zuid geprobt wurde für Orfeo von Gluck, eine Produktion, die Samstag in Maastricht ihre Premiere erlebte. Am Freitag folgte dann das Konzert in Amsterdam.
Mit Drei Gesänge und Drei Lieder von Anton Webern lag ihr der voll ausverkaufte Saal zweifelsohne zu Füssen, was sicherlich keine einfache Aufgabe war. Webern schrieb seine Musik nicht für einen entspannten Freitagabend als Abschluss einer anstrengenden Woche. Klasse also, wenn jemand mit diesen Liedern derartig fesseln kann, dass alle atemlos zuhören. Denn wie wunderlich ist es, dass Sie diese Lieder mit den scheinbar merkwürdigen Wendungen dennoch so natürlich und lupenrein vortragen kann, dass es doch vertraut klingt. Sowohl in der Höhe als auch in Tiefe behielt ihre Stimme Kraft und Farbe, während jedes einzelne Wort de Textes wirkungsvoll war. Das ist kein Zufall, das ist Kunst.
Die Sängerin ist seit ihrem Debüt in diesem Saal vor anderthalb Jahren so viel reifer geworden, dass sie mit Ihrer noch so frischen und klaren Stimme gleichwohl schon der puren Spätromantik von Richard Strauss gewachsen ist. Von den vier Strauss-Liedern war vor allem Mohnblumen ein Juwel. Auch dieses Mal war Thom Janssen wieder der ideale Begleiter, der aus seinem Flügel nahezu orchestrale Klänge hervorzauberte, ohne die Stimme auch nur für einen Augenblick zu überherrschen. Ganz anders waren da die Lieder von Chausson und Fauré mit ihrer fragilen Stimmung. Aber Ruiten machte auch hier von jedem Wort Musik. Da wird man neugierig auf ihre französische CD, auf der dieses Repertoire eine große Rolle spielt.
Überraschend war das selten gehörte Four Trifles von Marius Flothuis. Ruiten bespielte das Publikum damit mühelos: Es wurde geschmunzelt und es wurde gelacht. Und damit verlieh Sie dem Kleinen Saal, mit immerhin einigen hundert Besuchern, eine Art häusliches Ambiente .
Noordhollands Dagblad, 21-02-05, Hans Visser
Musica Ducis sorgt für Urschrei mit Gänsehaut
Erasmusfestival. Musica Ducis Brabantiae und das Vocaal Ensemble Markant, Solistin: Lenneke Ruiten, Dirigent: Alexandru Lascae. s'Hertogenbosch, Niederländisch-Reformierte Kirche, 3. November 2004.
... Von Peteris Vasks wurde noch eine zweite niederländische Premiere dargeboten: Latvija. Dieses Stück war nahezu gleichermaßen grandios wie Dona nobis pacem. Das war vor allem der Sopranistin Lenneke Ruiten zu verdanken, die mit einer hervorstechenden Vorstellungskraft ihre Stimme bis in die kleinsten Winkel der Niederländisch-Reformierten Kirche eindringen ließ. Schaurig schön und beeindruckend ...
... Lenneke Ruiten brillierte an diesem Abend nochmals und zwar in dem fünfteiligen Liederzyklus Slopiewnie des Polen Karol Szymanowski. Leichte und humoristische Musik, die man Ruiten absolut zuvertrauen kann.
Brabants Dagblad, 4. November 2004, Rinus van der Heijden
Glanzvoller König als Hirte
Das Radio Kammerorchester und Solisten unter der Leitung von Gérard Korsten mit Il re pastore von Mozart im Rahmen der Robeco Sommerkonzerte im Amsterdamer Concertgebouw, 29/8/2004
Das vorletzte Konzert der Sonntagabendserie war eines von besonderer Klasse. Mozarts Oper Il re pastore (Der König als Hirte) wurde glänzend aufgeführt vom Radio Kammerorchester und ein paar fantastischen Solisten .
Anlässlich der letzten Reprise dieser Produktion hatte DNO dann auch ein fantastisches Gesangensemble auf die Bühne gebracht. In Bezug auf letzteres blieb die Aufführung am Sonntagabend nicht weit zurück. Die dänische Sopranistin Henriette Bonde-Hansen war als Aminta eine absolute Offenbarung. Ihre Stimme kontrastierte wundervoll mit dem leichteren Sopran von Lenneke Ruiten. Gegen Ende des ersten Aktes verbanden sich beide Stimmen spektakulär in einem vorbildlich gesungenen Duett. Ruiten ist bereits ein gutes Stück auf dem Weg, eine hervorragende Mozartsängerin zu werden. In ihrer Arie Barbaro! Oh Dio mi vedi war ihre Phrasierung noch nicht an allen Stellen optimal (wie eine Schwimmerin, die verkehrt auskommt beim Anschlagen), aber ansonsten überzeugte Ruiten auf der ganzen Linie. Bei der Niederländischen Oper soll in den kommenden Jahren ein neuer Mozart-Da-Ponte-Zyklus aufgesetzt werden und mit einer Stimme wie der von Ruiten in Reichweite hätte ich keinerlei Zweifel. Und dann denke ich keineswegs an eine kleine Alibirolle wie die der Barbarina in Le nozze di Figaro. Nein, ich rede von der Rolle der Susanna, der Despina und der Zerlina .
Trouw, 31-8-2004, Peter van der Lint
Mozart lebt wieder auf in Hirtenoper
Robeco Sommerkonzert: Oper Il re pastore. Musik W.A. Mozart. Libretto: P. Metastasio. Mit Lenneke Ruiten, Henriette Bonde-Hansen (Soprane), Cécile van de Sant (Mezzosopran), Guy Fletcher, Patrick Henckens (Tenöre). AMSTERDAM, Concertgebouw, Sonntagabend.
Mozart schrieb seine Oper Il re pastore anlässlich eines Festes. Die Musik ist dann auch von einer Festlichkeit, die niemand anders als dieses Salzburger Genie kreieren konnte. Festlich war auch die Aufführung dieses Werkes am Sonntagabend im Amsterdamer Concertgebouw. Dort waren es vor allem die Damen, die für Furore sorgten: Lenneke Ruiten und Henriette Bonde-Hansen .
.Zu Texten von Pietro Metastasio schrieb er eine Reihe absoluter Shownummern. Die erste, die damit glänzen durfte, war die Sopranistin Lenneke Ruiten aus Alkmaar. Als Hirtin Elisa besang sie ihre Liebe zu Aminta, wobei die Koloraturen schon schnell freien Lauf bekamen. Dies gelang ihr angenehm stilsicher und mit dem passenden Vibrato an der rechten Stelle. Zudem klingt sie herrlich erfrischend: einfach perfekt für ein junges Mädchen, das noch an ihr Glück glaubt. Ruiten selbst schien die Leichtigkeit zu genießen, mit der ihr die perlenden Klänge aus der Kehle rollten. Im zweiten Akt sang sie noch eine solche Arie, aber dieses Mal klang sie enttäuscht und traurig, weil sie glaubt, Aminta nicht heiraten zu können. Zweifelsohne liegen für sie künftig schönere, reifere Mozartrollen in Reichweite .
Noord Hollands Dagblad, 31-8-2004, Hans Visser
Grosse Ruiten im "Kleinen Saal"
Die aus Alkmaar stammende Sopranistin Lenneke Ruiten debütierte am 24. September 2003 im Kleinen Saal des Amsterdamer Concertgebouw. Obwohl die Siegerin des Internationalen Vokalisten Wettbewerbs in 's-Hertogenbosch erst am Beginn Ihrer Karriere steht, hatte sie in Ihrem abwechslungsreichen Programm schon vieles zu bieten.
Das ist auch auf der live bei Ihrem Konzert aufgenommenen CD hörbar. Ihre Stimme ist noch jung, aber die Frische harmoniert angenehm mit der ausgereiften Begleitung Ihres festen Pianisten Thom Janssen. Gekoppelt an die liebevolle Interpretation der Texte verleiht dieser Kontrast dem romantischen Claire Obscure von Schumann einen leicht dramatischen Glanz. Wunderbar leichtfüßig, mit an den nötigen Stellen ein Hauch Ironie, so wirkt diese Kombination in den zierlichen Liedern von Poulenc und Hahn.
Flamboyant klingen drei Stücke von Turina. Pure Akrobatik betreibt Ruiten in Triptyque von Micha Hamel. Der Höhepunkt des Programms ist jedoch Schuberts Der Hirt auf dem Felsen. Mit dem Klarinettisten Jos Ruiters als zusätzlichem Begleiter entwickelt sich fast eine kleine Oper, in der die herannahende Zukunft bejubelt wird.
Noord-Hollands Dagblad, 6-2-2004, Hans Visser
Lenneke Ruiten beweist vokale Vielseitigkeit
Konzert: Niederländisches Kammerorchester. Dirigent: Yakov Kreizberg. Solistin: Lenneke Ruiten (Sopran). Programm: Exsultate jubilate, KV 165 von W.A. Mozart, Serenade für Bläser, Opus 7 von Richard Strauss, Knoxville, the Summer of 1915 von Samuel Barber, Serenade Nr. 1 von Johannes Brahms. Aufführung: 20 Januar 2004, Concertgebouw, AMSTERDAM.
Im Grunde war das Engagement der Sopranistin Lenneke Ruiten beim Niederländischen Kammerorchester noch eine Folge Ihres Sieges beim Internationalen Vokalisten Wettbewerb 2002 in 's-Hertogenbosch. Die Aktualität zeigt aber, dass Ruiten sich als Vokalistin weiter entwickelt hat und mit Ihrer Variation an Stilen und Genres Ihre Vielseitigkeit mittlerweile unter Beweis gestellt hat. Auch hat Sie mittlerweile erste Schritte gesetzt im Studium um den niederländischen Klassik-Musikpreis.
Die Sopranistin aus Alkmaar eröffnete diese Woche beide Konzerte mit der Konzert-Motette Exsultate jubilate von Mozart, die Sie in einigen Wochen auch in Japan, wo Sie als Solistin eingeladen ist, singen wird. In diesem Stück, das Sie gemeinsam mit dem Niederländischen Kammerorchester zu Gehöre gab, konnte Sie Ihre feinfühlige Seite angenehm zur Geltung bringen. Ruiten interpretiert das Linienspiel des jungen Mozart aus der Beweglichkeit und den subtilen Phrasierungsübergängen heraus. Die feine Weise der Vertonung dieses Exsultate jubilate gipfelte bei der Sopranistin Ruiten in einem Schlussakkord von funkelnder Koloratur, dynamisch und mühelos zu Ende gesungen.
Im weiteren Verlauf des Programms sang Sie Knoxville, Summer of 1915 von Samuel Barber. Dieses Stück erfordert von der Sängerin einen Einsatz, der die epischen Aspekte dieses musikalisch übersetzten, prosaischen Gedichtes nachdrücklich hervorhebt, sie selbstverständlich melodisch umrahmt und vorzugsweise mit einem sinnlichen, amerikanischen Timbre einhergehen lässt. Bei Ruiten kamen die klaren Gefühle aus dem Inneren heraus, wobei Sie Ihre energische Stimmführung als Medium nutzte. Ihre Ausführung bewies große Fachmannschaft und viel Einfühlungsvermögen.
Noord-Hollands Dagblad, 23-1-2004, Jos Ruiters
Junger, ungestümer Elan
Niederländisches Kammerorchester mit Lenneke Ruiten (Sopran) unter der Leitung von Yakov Kreizberg. Aufführung: 20. Januar 2004 im Amsterdamer Concertgebouw.
Durch Ihren Sieg in 's-Hertogenbosch hat Ruiten einen Namen hoch zu halten, und das ist ihr am Dienstag im Amsterdamer Concertgebouw mit Ihrem enthusiastischen und erfrischenden Vortrag gelungen. In Mozarts Exsultate jubilate klangen die Frohlockungen und Jauchzer sehr überzeugend. Ruiten hat die Fähigkeit in einem Klang aufzugehen. So blieb Sie beispielsweise herrlich im Ju von Jubilate hängen, ließ darin Ihr Vibrato zum Ausdruck kommen und gab damit en passant auch noch die richtige Textinterpretation.
In Barbers angenehm träger Jugenderinnerung kam die vokale Persönlichkeit von Lenneke Ruiten noch besser zur Wirkung. Ruiten trat mit Gefühl für Stimmung und Text in die Fußstapfen der legendären amerikanischen Sopranistin Eleanor Steber, für die Barber sein Knoxville, Summer of 1915 in 1947 komponierte
Trouw, 22-1-2004, Peter van der Lint
Ruiten prominent in hohen Noten
Konzert: Niederländisches Kammerorchester unter der Leitung von Yakov Kreizberg und unter Mitwirkung von Lenneke Ruiten, Sopran. Aufführung: 20. 01. 2004 Concertgebouw Amsterdam. Wiederholung: 22.01.2004
Die Sopranistin Lenneke Ruiten, 2002 beim Internationalen Vokalisten Wettbewerb in 's-Hertogenbosch glanzvolle Preisträgerin des Hauptpreises, sowie vier weiterer Preise, debütierte gestern Abend beim Niederländischen Kammerorchester im Amsterdamer Concertgebouw mit Musik von Mozart und Barber. Unter den Zuhörern dieses Konzerts, das heute Abend wiederholt wird, befand sich auch Elly Ameling, die 1956 den Wettbewerb in 's-Hertogenbosch gewann, und bei der Lenneke Ruiten eine Meisterklasse absolvierte.
Lenneke Ruiten ist ein leichter Sopran mit einer angenehmen, leichten und strahlenden Höhe. Der Text von James Agee über seine Kindheitserinnerungen wurde von Ruiten in einer expressiven und schön variierten Interpretation dargeboten
Fürs Erste ist Ruiten, wie es scheint, vor allem eine hervorragende Mozartsopranistin. In München, wo Sie einen Teil Ihrer Ausbildung absolvierte, sang Sie bereits die Susanna in Le Nozze di Figaro im Prinzregententheater. Und Mozarts Exsultate jubilate, das Sie gestern Abend sang, kennzeichnete sich durch eine prächtige Ausführung: Eine reizvolle Abwechslung der Stimmungen zwischen den jubilierenden und den mehr verhaltenen Abschnitten, mühelose Koloraturen und ein strahlend perfekter Abschluss im Alleluja
NRC Handelsblad, 21-1-2004, Kasper Jansen
Er ists auch im Winter
Liederabend mit Lenneke Ruiten und Thom Janssen im Frankfurter Römer
Lenneke Ruiten ist eine geübte Liedsängerin. Ihre feine, klare Stimme tendiert eindeutig eher zum lyrischen als zum dramatischen Fach. Auch als Mozart-Sängerin kann man sich die junge holländische Sopranistin gut vorstellen. Bei ihrem Liederabend in der Reihe der Kaisersaalkonzerte im Frankfurter Römer bot sie mit dem ausgezeichneten Pianisten Thom Janssen ein abwechslungsreiches Programm, in dem es unter anderem um das unausgesprochene Thema Blumen, Pflanzen und Blüten ging.
Lenneke Ruiten überzeugte gerade durch ihre schlackenfreie Tongebung. Ihre Artikulation war denkbar sauber, so dass in den acht ausgewählten Schumann-Liedern die Texte optimal verständlich waren. Die drei Lieder op. 25 von Anton Webern boten über die Thematik von Blumen und Gedeihen einen Anknüpfungspunkt, wobei Lenneke Ruiten intonationssicher in schwierigen Intervallsprüngen einen sehr grossen Ambitus durchmass. Höhepunkte im Brahms-Block waren das intim vogetragene Volkslied Da unten im Tale und Meine Liebe ist grün nach einem Text von Schumanns unglücklich-betrübtem Sohn Felix.
Die im positiven Sinne schlichte, unaufdringliche Gestaltung wirkte stets durchdacht und seriös. Sicherheit und Ruhe strahlte Thom Janssen aus, der sehr genau und zart nuancierte, der Sängerin häufig die Möglichkeit gab, ihr feines Piano zu realisieren, und sie nie zwang, die Lautstärke zu forcieren. Exquisit gelang in dieser Hinsicht Francis Poulencs kleiner Liederzyklus Fiancailles pour rire: mit reichem französischen Flair, besonders sanft bei den Fleurs, keineswegs neoklassizistisch-bissig, sondern zwischen Spätromantik und Impressionismus changierend. Die Mädchenblumenlieder op. 22 von Richard Strauss schlossen sich stilistisch und zum Thema passend an.
Als Zugaben brachte das unter anderem am Konzervatorium in Alkmaar ausgebildete Duo zwei Lieder von Richard Strauss, zuletzt virtuose, fast opernhafte Amor-Koloraturen.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12-1-2004, Guido Holze
Der Frühling weckt die Liebe auf
Ein Liederabend mit Lenneke Ruiten im Kaisersaal des Frankfurter Römers
Für Musikfreunde, die hoffnungsvollen Nachwuchskünstlern an der Schwelle zur Karriere begegnen möchten, sind die Kaisersaalkonzerte eine vorzügliche Adresse. Diesmal gab Lenneke Ruiten ihre Visitenkarte ab. Die holländische Sopranistin hat 2002 den renommierten Gesangswettbewerb in s-Hertogenbosch gewonnen und erhält gerade erste Engagements an grösseren Bühnen. Sie präsentierte ein beachtlich umfangreiches und vielseitiges Programm.
Ruiten tritt sympatisch auf, beweist beim Vortrag durch freundlichen, ja lustigen Gesichtsausdruck Spass an der Sache und Freude daran, für das Publikum Musik zu machen.
Frankfurter Neue Presse, 13-1-2004, Andreas Bomba
Ruiten Favoritin im Galakonzert des IVC
Galakonzert Internationaler Vokalisten Wettbewerb am 6. Oktober 2003 mit dem Brabant Orchester, unter der Leitung von Ivan Angélov. Theater aan de Parade in 's-Hertogenbosch.
Mit einer äußerst raffinierten Ausführung, unter anderem von dem Lied Amor von Richard Strauss zeigte Ruiten, was nötig ist, um einen Wettbewerb wie diesen zu gewinnen, nämlich neben einer schönen Stimme vor allem musikalische Intelligenz, Stil und Charakter. Ihre aufrechte, niemals forcierte und intelligente Präsentation sorgte dafür, dass die im Vergleich zur Oper viel unzugänglicheren Lieder höher benotet wurden als die extrovertierten Belcanto Arien. Lenneke Ruiten beginnt beim Inhalt und lässt daraus die Form entstehen, wohingegen viele Kandidaten bei der Form beginnen und dabei nicht selten den Inhalt vergessen .
Brabants Dagblad, 6-10-2003, Marjolein Sengers